Seit dem Jahr 2010 ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf beteiligt an dem hessenweiten Projekt „Mehr Breitband für Hessen“. Aufgabe dieses Projektes ist, die Städte und Gemeinden des Landkreises im Hinblick auf den schnellen Datenverkehr zukunftsfähig zu machen. Ziel des Landkreises ist es in den nächsten 3-5 Jahren die Versorgung aller Haushalte mit Breitband mit einer Leistung von bis zu 50 Megabit pro Sekunde zu ermöglichen. Um eine einheitliche und schnelle Umsetzung zu gewährleisten, wurde am 04. April 2011 die „Breitband Marburg-Biedenkopf GbR“ gegründet. Mitglieder sind alle 21 Städte und Gemeinden des Landkreises Marburg-Biedenkopf (außer Marburg), sowie der Landkreis als Hauptanteilseigner.
Die Versorgung mit Breitbandkabel wird im Landkreis als eine der herausragenden Zukunftsaufgaben erachtet, denn schnelle Datenübertragungen sind für die Zukunft ein essentieller Faktor: einerseits für die Ansiedlung und den Erhalt von Betrieben, andererseits auch für den Zuzug bzw. Verbleib von Menschen in unserem Kreis. Schon jetzt lassen sich Wohnungen und Häuser ohne DSL-Anschluss deutlich schlechter vermieten als solche mit entsprechendem Anschluss.
Die neu gegründete Breitband GbR wird sich mit dieser Aufgabe intensiv beschäftigen und nach geeigneten Lösungen suchen, um das Ziel einer möglichst optimalen Versorgung mit schnellem Internet voranzutreiben.
Im Gegensatz zu vielen anderen Landkreisen wird im Landkreis Marburg-Biedenkopf die Versorgung über Glasfasernetze und nicht über Funk angestrebt.
Moderne hochleistungsfähige Glasfasernetze (Next Generation Access, NGA) erlauben künftig erheblich größere Bandbreiten. Ermöglicht werden damit neue anspruchsvolle Dienste wie multipler HDTV-Empfang, high-end und interaktives Entertainment, 3D-Anwendungen, vernetztes Leben und Arbeiten, Cloud Computing etc.
In ihrer ersten Gesellschafterversammlung hat die GbR aufgrund der Größe des Projektes beschlossen, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die das bereits vorliegende Grobkonzept der E.ON Mitte AG mit einer Feinplanung unterlegen und gleichzeitig auch eine Strategie bzw. ein Businessmodell ausarbeiten soll, wie eine flächendeckende Versorgung des Landkreises mit vorerst 50 Mbit in den nächsten drei bis fünf Jahren sichergestellt werden kann. Diese Machbarkeitsstudie wird zu Hälfte über einen Zuschuss aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Für das Breitbandprojekt hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf darüber hinaus beim Innenministerium einen Antrag auf Förderung der Interkommunalen Zusammenarbeit gestellt, welcher inzwischen bewilligt wurde. 100.000 € Fördergelder stehen nun für die Umsetzung der Breitbandversorgung zur Verfügung.
Die Machbarkeitsstudie konnte zwischenzeitlich abgeschlossen werden, so dass es nun in die nächste Phase gehen kann: Das Finden eines Netzbetreibers sowie die Gründung einer GmbH.
